
Bild: Gerhard F. Ludwig / Sophiensaele; alle Rechte vorbehalten
Die „einmalige Audienz ihres Lebens“ versprach man den Gästen der sophiensaele Berlin und warnte davor, der kommenden Königin den Rücken zu zeigen. Das Volk solle sich benehmen und Anstand wahren, wenn es der Majestät im Festsaal begegne. Viel Benimm und Tamtam für ein freies Theater, aber bitte, für das Theaterduo Chuck Morris und ihr Stück „Souvereines“ gibt man sich dem royalen Protokoll, das vorab verteilt wurde, gerne hin. Wann zeigt sich eine Majestät schon der Öffentlichkeit?
Auf der Bühne dann zwei Frauenkörper, zusammengebunden zu einer Königin. Die verbundenen Protagonistinnen, sie formen die Macht – zunächst in Unterwäsche. In einem rauschenden Fluss vorbeiströmender Adjektive beschreiben sie die Frau: Sie ist schön, reich, allgegenwärtig und zeitlos, gemeingültig. Sie müsste aufs Klo, wird sich aber eine Weile gedulden, sie sagt das Richtige, obwohl sie weiß, dass es das nicht gibt. Weiterlesen →