Irgendwie öffentlichGedanken zum Freischwimmer-Foyer (Freischwimmer 2011)

Bank, Baum, Streetart

Die Macher des Freischwimmer Festivals haben in diesem Jahr nicht nur Produktionen aus dem Bereich Theater und Performance eingeladen, sondern auch Positionen aus der bildenden Kunst. Im Hof der sophiensæle, gegenüber dem Kassenhäuschen, erwartet Barbara Ungepflegt das potentielle Publikum mit ihrem „Notstand“, einer Mischung aus Installation und Performance. Und das Foyer wird von mehreren Künstlerinnen auf seine Qualität als irgendwie öffentlicher Raum befragt. Weiterlesen

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Romantic Afternoon* IIDer Diskurs unter den Küssen (Freischwimmer 2011)

Bild: Gerhard F. Ludwig / Sophiensaele; alle Rechte vorbehalten

Die Wissenschaft des Küssens heißt Philematologie. Sie erforscht, „warum Lebewesen gegenseitig ihre Lippen berühren, den Mund öffnen und, je nach Intensität, ihre Zungen dabei Kontakt spüren lassen“, schrieb Sebastian Herrmann einmal in der Süddeutschen Zeitung. Es geht um die evolutionären Wurzeln des Küssens, um Botenstoffe im Speichel und die Neigung des Kopfes (meistens nach rechts: bei zwei von drei Küssern). „Ein Kuss ist der schönste Liebesbeweis zwischen einem Jungen und einem Mädchen“, schreibt das Mädchen-Magazin und hat auch gleich eine Umfrage gestartet, ob man beim ersten Date gleich schon mit oder ohne Zunge küssen soll (1344 pro, 732 contra). Die Gala hat eine Liste der spektakulärsten Küsse des letzten Jahrzehnts erstellt. Ganz oben: Madonna, die bei den MTV Music Awards 2003 zuerst Britney Spears und dann Christina Aguilera küsste.

Wer gedacht hat, dass es sich beim Küssen um eine intime Beschäftigung handelt, dem sei mit dieser kleinen Presseschau widersprochen. Unbelehrbaren empfiehlt sich außerdem der „Romantic Afternoon*“ von Verena Billinger und Sebastian Schulz beim Freischwimmer Festival in den sophiensælen. Das Publikum ist eingeladen, einer knappen Stunde Dauerknutschen auf der Bühne zuzusehen. Weiterlesen

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SouvereinesDie einmalige Audienz (Freischwimmer 2011)

Bild: Gerhard F. Ludwig / Sophiensaele; alle Rechte vorbehalten

Die „einmalige Audienz ihres Lebens“ versprach man den Gästen der sophiensaele Berlin und warnte davor, der kommenden Königin den Rücken zu zeigen. Das Volk solle sich benehmen und Anstand wahren, wenn es der Majestät im Festsaal begegne. Viel Benimm und Tamtam für ein freies Theater, aber bitte, für das Theaterduo Chuck Morris und ihr Stück „Souvereines“ gibt man sich dem royalen Protokoll, das vorab verteilt wurde, gerne hin. Wann zeigt sich eine Majestät schon der Öffentlichkeit?

Auf der Bühne dann zwei Frauenkörper, zusammengebunden zu einer Königin. Die verbundenen Protagonistinnen, sie formen die Macht – zunächst in Unterwäsche. In einem rauschenden Fluss vorbeiströmender Adjektive beschreiben sie die Frau: Sie ist schön, reich, allgegenwärtig und zeitlos, gemeingültig. Sie müsste aufs Klo, wird sich aber eine Weile gedulden, sie sagt das Richtige, obwohl sie weiß, dass es das nicht gibt. Weiterlesen

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