Von der Frouwe zur Frau

medieval lady

Foto: Hans Splinter (CC-By-Nd)

Früher wurde die Frau nicht als Frau bezeichnet, sondern hieß „Frouwe“. Überraschender Weise unterstreicht das Textverarbeitungsprogramm Word dieses Wort gar nicht, obwohl es bereits sehr, sehr alt ist. Eine Frau „Frau“ zu nennen wäre vor ein paar hundert Jahren noch undenkbar gewesen. Frau – einsilbig: Viel zu einfach, viel zu wenig Glanz für dieses edle Wesen. Frou-we – zweisilbig. Da kommen wir ihr langsam näher! Jedoch ging man innerhalb der letzten dreihundert Jahre einfach zur simpleren Form über; zur Frau. Solcherlei Beispiele der  sprachlichen Bequemlichkeit gibt es zu Hauff. Weiterlesen

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Den Diskurs öffnenClarissa Smith im Gespräch über Pornresearch.org

Foto: Lisa Andergassen

An English version of this text is available.

Die britischen WissenschaftlerInnen Clarissa Smith, Feona Attwood und Martin Barker haben vor kurzem ein umfassendes Befragungsprojekt gestartet, eine Studie über die Nutzung von Pornografie: pornresearch.org. Was ihr Projekt von anderen Studien zum diesem Thema unterscheidet, ist die Betonung der Beziehung zwischen der Pornografie und ihren Zuschauern. Damit hat die Studie eine völlig andere Richtung als andere, die sich für gewöhnlich mit den oft beklagten potentiellen Gefahren beschäftigen. Smith und Attwood waren gerade zu Gast bei der  IX. MAGIS Spring School in Gorizia, Italien, wo sie eine Sektion des Porn Studies-Seminars koordinierten. Wir haben Clarissa Smith interviewed. Es wurde viel gekichert…

Schönschrift: Auf eurer Webseite bin ich über den Begriff „public knowledge”, also öffentliches Wissen, gestolpert. Es gibt viele Leute, die sagen, „Es gibt so viel Porno überall, wir können das langsam nicht mehr ertragen” und dann kommt ihr daher und argumentiert, dass wir mehr öffentliches Wissen darüber brauchen. Kannst du das etwas genauer erklären?

Smith: Die Sache ist, dass sehr viele Annahmen über Pornos existieren. Warum Leute sich das angucken, warum sie es lesen. Es geht nämlich dabei nicht nur ums Gucken, sondern auch ums Lesen. Es bedeutet vieles. Allein der Ausdruck „Gebrauch von Pornografie“ lässt zum Beispiel eine bestimmte Beziehung vermuten, die Leute zur Pornografie haben. Ich bin nicht sicher, ob wir überhaupt wissen, was Leute mit Pornografie machen. Weiterlesen

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A slippery slopeAn interview with Clarissa Smith about Pornresearch.org

Picture: pornresearch.org; all rights reserved

Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Textes.

The British scholars Clarissa Smith, Feona Attwood and Martin Barker have started an intense research project on the use of pornography: pornresearch.org. What distinguishes this research from others engaging in porn is the emphasis on the relationship between porn and its spectators – not the potential harm that is often lamented about. Smith and Attwood have just chaired a section of the porn studies part belonging to the IX. MAGIS Spring School in Gorizia, Italy. We interviewed Clarissa Smith. There was a lot of giggling…

Schönschrift: When I was surfing on your website I came across the expression “public knowledge“ about pornography. There are a lot of people who say “There is so much pornography in our lives, we can’t take it anymore“ and then you argue that we need more public knowledge about it. Can you explain that a little more?

Smith: The thing is that there are a lot of assumptions about porn. Why people are looking at it, why they are reading it. Because it’s not just looking, it’s reading. It’s all kinds of things. Just that term “use of pornography“ for example, that presupposes a particular kind of relationship that people have with porn. I‘m not sure that we actually know what people do with pornography. Weiterlesen

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