10 spannende Reiseziele, die einfacher zu erreichen sind, als sie glaubenEin Fluchtversuch im Theaterdiscounter

Bühnenfoto, links und rechts außen die sitzenden Darsteller

Es ist kein Theaterstück angekündigt, sondern ein „Vortrag mit Tonbeispielen.“ Beim Betreten des Saales fallen dann eher klassische Utensilien ins Auge: Diaprojektor und Leinwand, dazu ein Klavier. Und dazwischen Falk Rößler und Jost von Harleßem, die noch tuschelnd irgendwelche Vorbereitungen treffen.

Der multimediale Reisebericht mit Headset und großer Geste wird – wir ahnen es – hier nur kurz zitiert und dann ordentlich fragmentiert. Der Soundtrack fällt gelangweilt der Vorspultaste zum Opfer: Es geht hier auch um die mediale Verfügbarkeit und Aufbereitung von Erinnerungen. Das Headset landet später im Inneren einer Getränkedose, die als alternatives spannendes Reiseziel von den Bühnenreisenden auf ihre exotischen Klangmöglichkeiten untersucht wird. Mit einer fetten Schicht von Effekten, versteht sich, denn mit Hall und Verzerrung macht die Sache mehr Eindruck. Weiterlesen

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Le HavreKaurismäki durch Zeit und Raum

Foto: Pandora Film, alle Rechte vorbehalten

Als ein Container mit einer Gruppe illegaler Einwanderer aus Afrika entdeckt wird, reagiert man im Hafen der französischen Stadt Le Havre mit professioneller, europäischer Schizophrenie: Die schwer bewaffnete Polizeitruppe repräsentiert das ultimative Misstrauen, während eine abgeklärte, uniformierte Rot-Kreuz-Einheit ihre institutionalisierte Hilfsbereitschaft praktiziert.

Um den Jungen Idrissa, dem die Flucht gelingt, und den gealterten Schuhputzer Marcel spinnt Aki Kaurismäki dann seine Geschichte über Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Dabei konstruiert er eine genussvoll anachronistische Filmwelt in der Stadt am Ärmelkanal. Weiterlesen

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Ein Tag mit AlienDie Comic-Zeichnerin Aisha Franz im Gespräch

Comiczeichnung Alien

Ausschnitt "Alien" (Aisha Franz, Reprodukt Verlag, alle Rechte vorbehalten)

Aisha Franz, Jahrgang 1984, zeichnet nach eigenen Angaben am liebsten einfach drauf los und betont in Interviews gerne, was sie nicht so gut kann (Tuschen, Autos…). Trotzdem wurde ihre Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Kassel gleich von einem der namhaftesten deutschsprachigen Comic-Verlage herausgebracht. In „Alien“ geht es um drei Frauen, einen vielleicht vorhandenen Außerirdischen und das Fremde im Allgemeinen. Eine konzentrierte, melancholische Bildergeschichte mit viel Identifikationspotenzial – nicht nur für Mädchen. Wir haben in Schönschrift notiert, was Franz uns am Berliner Landwehrkanal erzählt hat.

Findest du „Lesen“ ist der richtige Ausdruck für die Comic-Rezeption?

Das ist schwierig, eigentlich müsste man ein neues Wort erfinden. Ein Comic ist ja eine Bildergeschichte, also eine Geschichte in einer Bildabfolge erzählt. Es kann mit Text sein, muss aber nicht. Das ist von Comic zu Comic unterschiedlich. Manche sind eher textlastig und haben dazu begleitend Bilder. Es gibt so unterschiedliche Erzählformen. Bei meinen Comics ist „angucken“ vielleicht das richtige Wort. Weiterlesen

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