Live und Leben(transmediale.11)

Angel_F beim transmediale.11 Opening

Angel_F ist eigentlich noch ein Kind. Mit Babypuppen-Mündlein und Kulleraugen. Dazwischen ein Fleck. Anschluss-Buchse oder Einschussloch? Ein punctum mitten im Kindchenschema, das den Blick irritiert. Angel_F, das steht für Autonomous Non-Generative E-volitive Life_Form. Ein autonomes Programm, dem seine Erfinder das Sprechen beigebracht haben, ein Hack von Künstlern und Open Source Aktivisten. Künstliche Intelligenz, die einen so freundlich anschaut, dass einem ganz warm wird. Angel_F ist eine Art Maskottchen der transmediale Konferenz mit dem Titel „Body:Response – Biomedial Politics in the Age of digital Liveness“. Es ist das Inter-Face, in dem sich die gegenläufigen Utopien von Pinocchio und Avatar spiegeln. Weiterlesen

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Skandle im Sperrbezirk(transmediale.11)

Mit dem Kampfbegriff Analog Hole versucht die amerikanische  Film- und Musikindustrie seit 2002, eine Lücke im Netz der Kopierschutzverfahren zu verkleinern. Durch analoges Überspielen und anschließendes Re-Digitalisieren lässt sich, nimmt man einen gewissen Qualitätsverlust hin, schließlich fast alles kopieren. Wie etwa in prä-digitalen Zeiten mit magnetischen Tonbändern. Durch strikte Gesetze und eng gesetzte Standards würden manche Interessengruppen die analogen Zugriffsmöglichkeiten auf Bilder und Töne so stark wie möglich einschränken. Doch diese Anstrengung ist paradox, denn an irgendeinem Punkt müssen die Inhalte in analoger Form an den Nutzer übermittelt werden. Die Bits müssen in Photonen und Schwingungen umgewandelt werden.

ӎ, ℝ und ⁋ thematisieren diese Spannung, die analoge Lücke, mit ihrem Projekt Skandle, das sie in der Open Design City der transmediale.11 vorstellen. Weiterlesen

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Körper, Netze, Politiken(transmediale.11)

Es ist ein Punkt im System. So ein Spot. Oder Dot. Es ist eine Linse, die reinzoomt. Oder ein Guckloch nach innen. Ein Querschnitt durch die Aorta. Hauptverkehrstunnel. Mit klaren Konturen, ein Tropfen. Oder Tumor, der sich ausbreitet, ausfranst, verzweigt. Er spielt Pingpong mit dem Gewaber der Strukturen. Taucht auf, ab, fließt und wandelt sich.

Die transmediale.11, das Berliner Festival für Kunst und digitale Kultur, eröffnet heute Abend zum Thema Response:Ability im Haus der Kulturen der Welt. Der Trailer von Emilia Forstreuter und ® ruddigkeit corporate ideas ist eine schöne Visualisierung der zentralen Stoßrichtung der diesjährigen Ausgabe: Leben und Agieren in der vernetzten Welt. Zwischen offenen Systemen und plattformbasierter Cyber-Identity, Biopolitik und digitalem Dissidententum.

Los geht’s. Wir werden in Schönschrift berichten, was uns im Programm besonders aufgefallen ist.

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