Gleichheit, Freiheit, SchwesterlichkeitGlückwunsch zum 100. Internationalen Frauentag

Marie Olympe de Gouges (Bild: Archiv für Kunst und Geschichte Berlin, alle Rechte vorbehalten)

„Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es. Gesellschaftliche Unterschiede dürfen nur im allgemeinen Nutzen begründet sein.“ So steht es im ersten Paragrafen der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die die Französische Nationalversammlung am 26. August 1789 verkündete. Auf Französisch heißt das freilich: „Les hommes naissent et demeurent libres et égaux en droits. Les distinctions sociales ne peuvent être fondées que sur l‘utilité commune.“ Und schon werden aus den Menschen- Männerrechte. Das war damals nicht nur eine sprachliche Spitzfindigkeit, die Frau hatte auch im revolutionären Frankreich nicht den Status eines mündigen Bürgers. Und so erhielten neben der Brüderlichkeit Freiheit und Gleichheit für weibliche oder sich gänzlich anders definierende Individuen einen faden Beigeschmack.

Eine, die sich das nicht gefallen lassen wollte, war Marie Olympe de Gouges. Sie verfasste die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin und legte sie 1791 der Nationalversammlung vor. Hier steht im ersten Paragrafen: „Die Frau wird frei geboren und bleibt dem Mann an Rechten gleich.“ Weiterlesen

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Neues vom PR-Sport

Ausschnitt BILD-Anzeige Holofernes

Bild: BILD (alle Rechte vorbehalten)

Die BILD-Zeitung hat sich in den vergangenen zwei Wochen als Reibungspunkt gezeigt, wie schon lange nicht mehr. In Sachen Guttenberg war das Blatt klar auf Seiten des Abschreibers. Das mag statt an einer konservativen Ideologie vielleicht auch nur an der teuren Bundeswehr-Anzeigenkampagne gelegen haben, mit der das Verteidigungsministerium den Springer-Verlag segnet.

Der SPIEGEL fand es jedenfalls an der Zeit, der BILD eine Titelstory zu widmen: „Bild – die Brandstifter“ prangt es von der aktuellen Titelseite. Übrigens mit einem vom Künstler Gürsoy Dogtas geklauten Motiv, ohne Fußnote.

Die Musikerin Judith Holofernes (Wir sind Helden) hat sich auch in bester Kreuzberger Manier mit der BILD auseinandergesetzt. Weiterlesen

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Echt digital und unglaublich nahKunst global im Google Art Project

Wenn irgendwo ein neuer virtueller Raum aufmacht und die Weltöffentlichkeit davon Wind bekommt, dann gibt es stets erst mal eine lange Schlange und viel Gossip darüber, ob dies nun der endgültige Ausverkauf der echten, authentischen Realität ist oder doch der emanzipatorische Schritt ins Licht, den eben nur das Internet erzeugen kann. Man erinnere sich an das Versprechen von Second Life, dass dort nun schlichtweg alles möglich sei, was es auch im ersten, also wahren Leben gibt – nur, dass man selbst eine Andere sein konnte. Die Räume, die Second Life eröffnete und die dem nicht virtuellen Diskursraum erstaunlich schnell erstaunlich ähnelten (es ging um Geld, Werbung, Pornos, Mobbing), werden inzwischen nurmehr belächelt.

Dagegen haben virtuelle Blicke in tatsächlich existierende Räume – besonders wenn sie aus dem Hause Google stammen – Hochkonjunktur. Zwar gab es Wellen der Ablehnung, als Google Street View den eigenen Gartenzaun ablichten und digitalisieren wollte. Die Faszination, selbst via Google-Suche die halbe Welt zu bereisen, nahm daran jedoch keinen Schaden. Und nun landeten die Macher der Technologie einen neuen Coup: Das Art Project ermöglicht den virtuellen Gang durch 17  Museen rund um die Welt, inklusive Mega-Zoom in ausgewählte Werke und interaktiver Features für den Kunstsammler 2.0. Weiterlesen

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