Aufhören! Schluss jetzt! Lauter!Ein Liederabend im Deutschen Theater Berlin

Foto: Arno Declair / Deutsches Theater. Alle Rechte vorbehalten.

Im letzten Jahr haben viele öffentliche Personen einfach aufgehört, sind zurückgetreten, haben abgedankt. Der Spiegel hat mindestens fünf  Titelseiten zum Burn-out, der Leistungsgesellschaft und dem Aussteigen veröffentlicht. Das Verhältnis zur Arbeit, zum wann ist was zu viel und was ist zu wenig – wird an einem bunten Liederabend mit einer ordentlichen Portion Ironie derzeit im Deutschen Theater Berlin in Frage gestellt.

Eine Ausstellung im Dresdner Hygienemuseum beschäftigte sich im vergangen Jahr mit „Arbeit. Sinn und Sorge“. Das trifft den Nagel auf den Kopf und überdeutlich wird hier: Arbeit hat einen sehr hohen Stellenwert in der westlichen Gesellschaft, und das nicht nur wegen des Geldes. Arbeit ist Sinnträger im Alltag, ist Bestätigung für das Ego, ist Beschäftigungsmaßnahme für den Menschen. Und durch Arbeit wird geschaffen. „Es gibt zu viel, zu viel von allem“ schreit Margit Bendokat komplett überfordert auf der großen Bühne des Deutschen Theaters, sie will ihr „nüscht“ zurück Weiterlesen

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„Dieser verrückte bunte Vogel“Ivana Sajević im Gespräch über Gaddafi als „King of the Kings“ (Freischwimmer 2011)

Ivana Sajević in der Mitte unten (Foto: Lovefuckers/sophiensæle; alle Rechte vorbehalten)

Die Lovefuckers, das sind die Puppenspielerinnen und Regisseurinnen  Anna Menzel und Ivana Sajević. Sie haben ihr Team um einige Gäste erweitert und eröffnen heute abend in den Berliner sophiensælen mit King of the Kingsdas Freischwimmer Festival. In der Ankündigung heißt es, es werde ein internationaler Politthriller mit Puppentheater, Videoclips und Musik. Im Mittelpunkt eine Hauptfigur, die tagespolitisch nicht interessanter sein könnte: Muammar al-Gaddafi, selbst erklärter König der Könige. Wir haben uns vor der Premiere mit Ivana Sajević unterhalten und in Schönschrift notiert, was sie zu erzählen hatte.

Schönschrift: Ich will dich gar nicht lange von der Arbeit abhalten. Ist ja wahrscheinlich gerade ziemlich turbulent bei euch.

Ivana Sajević: Klar, so kurz vor der Premiere.

Und mit Muammar al-Gaddafi behandelt ihr eine Person, die grade wie keine andere die Öffentlichkeit beschäftigt.

Ich habe mich schon lange gewundert, warum seit Jahren niemand etwas über ihn macht. Er hält sich seit über 40 Jahren an der Macht. Er ist Diktator und Politiker. Er war ein Idealist, hat Terroristen unterstützt, hat aber auch in den ersten Jahren viel getan, wofür eine Generation ihm sehr dankbar ist. Er ist eine Figur voller Widersprüche. Weiterlesen

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Battle ums AbzeichenWir bloggen beim Freischwimmer Festival 2011

Bilder: Freischwimmer Festival (alle Rechte vorbehalten)

Der Frühling kommt nach Berlin, Freischwimmer-Saison. Noch bevor die Freibäder eröffnen, beherbergt die Hauptstadt den Auftakt zum Freischwimmer Festival für Nachwuchstheater, Performancekunst und Live Art. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von fünf der allerersten Produktionshäuser für Freies Theater im deutschsprachigen Raum. Kampnagel in Hamburg und das Düsseldorfer Forum Freies Theater wurden grade zusammen mit dem Hebbel am Ufer zum Theatertreffen eingeladen. Letzteres ist – warum eigentlich? – nicht bei Freischwimmer dabei. Dafür der kleinere Partner in Mitte: Die Sophiensaele richten vom 10. bis 19. März die erste von fünf Freischwimmer-Runden aus. Mit dabei sind außerdem Brut Wien und die Zürcher Gessnerallee.

Sieben KünstlerInnen und/oder Kollektive waren eingeladen, eine Produktion beizusteuern, die nun in allen fünf Städten nacheinander gezeigt wird. Das Thema des ganzen lautet, so tagesaktuell, dass es kaum auszuhalten ist: Rückzug ins Öffentliche. Wir werden in Schönschrift aus Berlin das Programm begleiten. Weiterlesen

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