Romantic Afternoon* ILive-Kritik in Schönschrift (Freischwimmer 2011)

Bild: Verena Billinger, Sebastian Schulz; alle Rechte vorbehalten

Sechs Menschen, die sich ununterbrochen küssen? Auf der Bühne? In Echt? Nicht weniger kündigen Verena Billinger und Sebastian Schulz für ihre Performance „Romantic Afternoon*“ an. Klingt nach jeder Menge Voyeurismus, ein bisschen Schamesröte und einer weiteren interessanten Perspektive auf die Frage nach Öffentlichkeit(en), die das Freischwimmer Festival in diesem Jahr stellt. Um dieser Frage eine weitere Dimension hinzuzufügen und diejenigen, die keine Karte mehr bekommen haben, am Knutsch-Spektakel zu beteiligen, gab es auf Schönschrift.org eine Live-Kritik direkt aus dem Hochzeitssaal.  Weiterlesen

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King of the KingsDie Wahrheit liegt in der Wüste (Freischwimmer 2011)

Foto: Gerhard F. Ludwig/Freischwimmer. Alle Rechte vorbehalten.

Fahren Muammar al-Gaddafi und sein Chauffeur zusammen durch Libyen und überfahren aus Versehen ein Huhn. Einer muss zum Bauern gehen und es ihm beichten, also zieht Gaddafi los und kommt schwer lädiert, vom Bauern verprügelt zurück zum Wagen. Die Reise geht weiter. Ein paar Orte weiter überfahren sie aus Versehen ein Schwein. „Diesmal gehe ich nicht“, sagt der Diktator und schickt seinen Chauffeur. Der kommt nach einiger Zeit ein bisschen beschwipst, fröhlich und mit Geschenken beladen zurück. Fragt Gaddafi: „Was ist passiert? Was hast du ihnen gesagt?“ Darauf der Chauffeur: „Ich sagte: Ich bin der Chauffeur von Gaddafi. Das Schwein ist tot.“

Es tut gut, in blutigen Zeiten über die Mächtigen zu lachen, die am längeren Hebel sitzen. Als die Lovefuckers ihr Stück „King of the Kings“ konzipierten, konnten sie noch nicht ahnen, wie sich die Ereignisse in Libyen überschlagen würden, aber Witze über den „crazy clown“ Gaddafi wird es auch dann schon gegeben haben. Der Chauffeur-Scherz ist allerdings ein ziemlich kleines Licht im Vergleich zu der krachenden Komödie, mit der das Freischwimmer Festival eröffnet wurde und die inzwischen sogar russisch-isrealischen Medienmachern einen Beitrag wert war. Weiterlesen

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Furry SpeciesHybrid statt Hybris (Freischwimmer Festival)

Szenenfoto von Furry Species beim Freischwimmer Festival

Foto: Gerhard F. Ludwig / sophiensaele. Alle Rechte vorbehalten.

Als Vorwarnung wird direkt zu Anfang durch Hinweisschilder auf den felligen Part verwiesen: Ein Hund wird im Stück über die Bühne laufen. Diesen bitte nicht streicheln oder füttern. Danke.

Corinna Korth ist Mitgründerin des selbsternannten Instituts für Hybridforschung und die meiste Zeit allein auf der Bühne zu sehen. In einer Art pseudo-wissenschaftlichen Vortragsweise, auf die jeder Start-Up-Business-Ganove stolz wäre, zwischen Videoinstallation und analogem Theater, klärt sie fachmännisch über ihre Unternehmung auf: Die Technisierung der Welt entfernt den Menschen von seinem Selbst, samt seiner physischen Möglichkeiten. Daher scheint eine Doppelidentität unumgänglich, mehr noch, der Hybrid Mensch-Tier sei das Wesen der Zukunft, das einzig überlebensfähige Wesen. Die Weiterentwicklung vom Mensch zum Tier sei also keine Rückentwicklung, sondern der nächste logische Schritt der Evolution. Weiterlesen

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