Reflexion 1Den Sicherheitsabstand aufgeben

Auf Schönschrift.org gibt es seit einem guten Vierteljahr Notizen zur Hochkultur. Über 50 Artikel, neun AutorInnen und ein Preis, so lautet die zahlenmäßige Bilanz. Wir haben uns unter anderem in den Bereichen Film, Theater, Bildende Kunst und Kulturpolitik umgeschaut und regelmäßig schwer damit getan, Inhalte in nur eine dieser Kategorien einzuordnen.

Die Sparte „Über Uns“ gibt es bislang noch nicht. Wir hielten es für angebracht, erst über uns und unsere Schönschrift zu schreiben, wenn wir – und unsere LeserInnen – damit ein paar Erfahrungen in der Öffentlichkeit gesammelt haben. Wir haben uns in ein Experiment gewagt, dessen Ausgang wir trotz – oder gerade wegen vieler Pläne – nicht schon zu Beginn absehen konnten. Weiterlesen

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Erinnerungen in AzetonMax Ruf zeigt abstrakte Malerei

Ein aufgeschlagenes verschmiertes Buch vor einer Wand. Eine Arbeit des Berliner Künstlers Max Ruf

Ein etwas ramponiertes Buch wird wie auf einem Altar präsentiert, die weißen Seiten sind an den Rändern grau befleckt. Nur eine der ersten Seiten ist farbig, aber sie wirkt zufällig, als wäre das Buch nur als Unterlage beim Malen verwendet worden. An der Wand dahinter ist ein grauer, verknitterter Lappen aufgehängt.

Die Ausstellung „Billy“ ist nicht auf Erklärungen aus. Nur einen einzigen Abend zeigten Max Ruf und Jan Kiefer im Berlin-Neuköllner Limbus Europae ihre Arbeiten, ohne Beschriftung, ohne Titel, ohne Katalog. Erst im Gespräch mit dem Künstler („Entschuldige, darf man darin blättern?“) offenbart die Installation „W.R. 2010″ ihre Tiefe. Weiterlesen

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Ganz in weiß im GefängnisKrabat in der Jugendstrafanstalt Berlin Charlottenburg

Mauer und Hecke

Foto: Josep Ma. Rosell (flickr.com/people/batega/) CC-By

„Hier gibt es keine Fluchtwege, nur Rettungswege. Das ist hier schon zum running Gag geworden“, lauten die einleitenden Worte. All unserer Habseligkeiten entledigt, den Personalausweis hinter den grauen, schweren Toren abgegeben, ist die Jacke alles, was wir mit rein nehmen dürfen. Dies ist keine gewöhnliche Theatervorstellung: Die zehn jungen Männer dieses Stückes sind Gefangene der Jugendstrafanstalt Berlin Charlottenburg.

Die Geschichte könnte nicht besser passen: Von Krabat, der – ohne Eltern – auszog, um sich in der rauen Welt und gegen die Mächte eines dunklen Zaubermeisters durchzusetzen. Die Parallelen werden deutlich. Am Ende siegt die Liebe über die dunklen Mächte. Weiterlesen

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