Reflexion 2Zeit für Hochkultur?

Die Zeit (Nr. 28 / 2011) titelt diese Woche mit einem „Lob der Hochkultur“ und platziert damit eine verschmitzte Provokation in das Sommerloch, das Theater, Konzert- und Opernhäuser für die wohlverdienten Ferien und der Feuilleton  für Grundsatzdebatten nutzt. Die Zeit-Kulturredaktion hat sich nicht weniger vorgenommen, als plausibel zu machen, „warum wir nicht preisgeben dürfen, was über Tausende von Jahren zum Maßstab der Zivilisation geworden ist“. Wir haben uns in Schönschrift auch so unsere Gedanken zur Hochkultur gemacht. Unsere Antwort: Hochkultur. Weiterlesen

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In a Lonely PlaceGregory Crewdson im c/o Berlin

Foto © Gagosian Gallery, New York. White Cube, London. Gregory Crewdson (alle Rechte vorbehalten)

Eine typische amerikanische Vorstadtsiedlung. Nachts. Ein Mädchen steht auf der Straße. Barfuß, ihre Schuhe und ein undefinierbares Bündel Stoff trägt sie in der Hand. Aus dem Haus am Straßenrand dringt Licht, doch wirkt es nicht etwa einladend, sondern durch seine unnatürliche Helligkeit herausfordernd, fast bedrohlich. Das Mädchen wendet seinen Blick ins Leere. Schämt sie sich, weil sie viel später als mit ihren Eltern vereinbart nach Hause kommt? Das Taxi hält noch ein paar Meter entfernt, die Tür ist geöffnet. Auf der Rückbank sitzt ein Junge. Wird er aussteigen? Sie zur Tür begleiten?

Die Bilder in Gregory Crewdsons Serie „Beneath the Roses (2003-2008) werfen unauflösbare Fragen auf, indem sie einen Moment in einer Narration isolieren und in einen Schwebezustand versetzen, den Betrachter zum Voyeur machen und ihm den vollständigen Einblick zugleich entziehen. Unter dem Titel „In a Lonely Place“ widmet das c/o Berlin dem US-amerikanischen Fotografen noch bis zum 4. September eine große Ausstellung. Weiterlesen

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Willkommen im WM-DispositivBerichterstattung über Berichterstattung

Plötzlich bist du nicht mehr allein. Wenn ich sonst über Frauenfußball berichte – selten in Deutschland, zugegeben – bin ich der einzige, der das tut. Außer, es gibt etwas zu gewinnen. Dann kommen noch ein Lokalreporter und ein Fotograf. Sonst sind nur Freunde, Verwandte und Verrückte da. Es gibt genau zwei Informationsquellen: Die Aktiven und die eigene Anschauung. Sonst nichts. Schlecht für den Frauenfußball, man kann kein Geld damit machen (Könnte auch was Gutes sein, das ist hier aber nicht das Thema). Gut für den Journalisten. Es kommt allein auf ihn an. Und er entkommt dem Gefühl, ein Kollaborateur des Debord’schen Spektakels zu sein.

Im Sommer 2011 ist alles anders. Niemand ist mehr allein. Die Mediencenter sind ganz, die Pressetribünen halb voll. Die Mentalität der Meute ist eine seltsame Mischung aus Business-Zynismus, kreativer Beflissenheit und kosmopoliter Neugier. Wie schreiben wir über Frauenfußball? Weiterlesen

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