Camouflage-KritikPolitical Patterns – Ornament im Wandel

Blut/Blumen

Bild: Imran Qureshi - Opening word of this new scripture (Ausschnitt) (ifa, alle Rechte vorbehalten)

„Die Welt ist einerseits voller Illusionen und Versprechungen und andererseits voller Enttäuschungen. Die Welt der Ornamente kann das gut transportieren.“
– Parastou Forouhar

Hübsch anzusehende, nette Muster, orientalisches Flair in knalligen Farben – doch was auf den ersten Blick als gelungener Entwurf für eine neue Basetti-Kollektion durchgehen würde, entpuppt sich auf den zweiten Blick als empörter Aufschrei. Denn jeder der schönen großen Schmetterlinge der Künstlerin Parastou Forouhar (Iran/Deutschland) trägt seine eigene traurige Geschichte, die sich dem Betrachter beim genauen Hinsehen unmissverständlich offenbart: Die roten Tupfer entpuppen sich als blutige Einschusslöcher in den Schutz suchenden Körpern einer Menschenmasse und die symmetrischen Punkte als gnadenlose Fadenkreuze auf am Boden liegenden Körpern. Gestalten und Symbole verschmelzen zu einer ästhetischen Ornamentik, die den Betrachter anziehen und erst auf den zweiten Blick mit dem Schrecklichen konfrontieren soll. Weiterlesen

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Pioniere der ComputerspielforschungStudierende etablieren Deutschlands größte Computerspielsammlung an einer öffentlichen Hochschule

Vintage-Spielkonsole mit Controller

Foto: Adam Jenkins (CC-By)

Etwas geht schief im idyllischen Land der europäischen Game Studies. Zwar ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Computerspielen nun an Hochschulen anerkannt und teilweise ausdrücklich gewünscht, aber übersichtliche, vollständige und kostenfreie Archive, die für die interdisziplinäre Erforschung des jungen Kulturgutes Sinn ergeben, sind bisher weder umgesetzt geschweige denn bildungspolitisch vorgesehen. Dennoch arbeitet  eine Initiative an der Uni Potsdam reflektiert an dem  materiellen Fundament einer umfassenden Theorie digitaler Spiele. In der „Computerspielsammlung“, die dort entsteht, erfassen Studierende und Dozenten Games , die seit den 1960ern erschienen sind. Ziele: Der direkte Zugriff für Akademiker, und: wissenschaftliche Kategorien jenseits von magazin-tauglichen Genres. Das bedeutet Spiel und Spaß – aber auch harte Arbeit. Weiterlesen

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Die Wahrheiten schützenNina Power im NBK

Portrait Nina Power

Foto: Tomislav Medak (CC-By-Sa, flickr.com/photos//tomislavmedak)

„Ich glaube es gibt eine ziemlich reale Erwartung, dass Frauen immer Schokolade sagen sollen, wenn sie jemand fragt, was sie wollen.“ Ein Satz, den man sich am liebsten eingerahmt an die Wand hängen möchte. Zu finden ist er auf dem Rücken von „Die eindimensionale Frau“, dem im Mai im Merve Verlag erschienen Buch der Londoner Philosophin Nina Power. Powers Werk ist eine ebenso unterhaltsame wie kritische Abrechnung mit aktuellen post-feministischen Tendenzen. Der Feminismus habe zwar alte ideologische Grabenkämpfe aufgegeben, aber nur um den Preis eines naiven und selbstverliebten Konsumismus.

Dass sie im Rahmen der monatlichen Vortragsreihe „Philosophie und Kunst“ im Neuen Berliner Kunstverein zum Verhältnis ebenjener sprechen wird, ließ sich zwar dem Ankündigungstext entnehmen, trotzdem merkt man vielen BesucherInnen die Enttäuschung an, dass „Die eindimensionale Frau“ nur in wenigen Nebensätzen erwähnt wird. Weiterlesen

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