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	<title>Schönschrift &#187; Lovefuckers</title>
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	<description>Notizen zur Kultur</description>
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		<title>King of the Kings &#124; Die Wahrheit liegt in der Wüste (Freischwimmer 2011)</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 10:23:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fahren Muammar al-Gaddafi und sein Chauffeur zusammen durch Libyen und überfahren aus Versehen ein Huhn. Einer muss zum Bauern gehen und es ihm beichten, also zieht Gaddafi los und kommt schwer lädiert, vom Bauern verprügelt zurück zum Wagen. Die Reise &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/king-of-the-kings-kritik-freischwimmer-2011/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=King+of+the+Kings+%7C+Die+Wahrheit+liegt+in+der+W%C3%BCste+%28Freischwimmer+2011%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_587" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-587" title="King of the Kings (Freischwimmer Festival 2011)" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/03/king-of-the-kings-szene.jpg" alt="" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">Foto: Gerhard F. Ludwig/Freischwimmer. Alle Rechte vorbehalten.</p></div>
<p><em>Fahren Muammar al-Gaddafi und sein Chauffeur zusammen durch Libyen und überfahren aus Versehen ein Huhn. Einer muss zum Bauern gehen und es ihm beichten, also zieht Gaddafi los und kommt schwer lädiert, vom Bauern verprügelt zurück zum Wagen. Die Reise geht weiter. Ein paar Orte weiter überfahren sie aus Versehen ein Schwein. &#8222;Diesmal gehe ich nicht&#8220;, sagt der Diktator und schickt seinen Chauffeur. Der kommt nach einiger Zeit ein bisschen beschwipst, fröhlich und mit Geschenken beladen zurück. Fragt Gaddafi: „Was ist passiert? Was hast du ihnen gesagt?“ Darauf der Chauffeur: „Ich sagte: Ich bin der Chauffeur von Gaddafi. Das Schwein ist tot.“</em></p>
<p>Es tut gut, in blutigen Zeiten über die Mächtigen zu lachen, die am längeren Hebel sitzen. Als die Lovefuckers ihr Stück „King of the Kings“ konzipierten, konnten sie noch nicht ahnen, wie sich die Ereignisse in Libyen überschlagen würden, aber Witze über den „crazy clown“ Gaddafi wird es auch dann schon gegeben haben. Der Chauffeur-Scherz ist allerdings ein ziemlich kleines Licht im Vergleich zu der krachenden Komödie, mit der das Freischwimmer Festival eröffnet wurde und die inzwischen sogar russisch-isrealischen Medienmachern <a href="http://newsru.co.il/rest/10mar2011/gaddafi_101.html">einen Beitrag</a> wert war.<span id="more-578"></span></p>
<p>Bei den Lovefuckers ist Gaddafi eine obszön-skurrile Theaterpuppe, die um sich selbst herum ein Stück inszeniert. Zwischen Flucht in den Untergrund und Flucht nach vorne kann er es auch in Zeiten der Revolution nicht lassen. „Ich muss mich weiterhin in der Öffentlichkeit zeigen“, lassen die Lovefuckers ihn sagen. Sie zeigen ihn beim Go-Go-Dance mit Berlusconi, beim Waffen-Einkauf mit internationalen Vertreter-Schurken („Bio is always better, you know“) und mit seiner Leibgarde auf dem Klo.</p>
<p>„King of the Kings“ ist ein bisschen „Libyen sucht den Superstar“ mit schillernden Kostümen, Kampf- und Tanz-Choreografien. Ein bisschen Action-Thriller als Puppentheater, mit Verfolgungsjagd und endlosen Salven aus der Plastikknarre. Es gibt einen fliegenden Teppich und jodelnde Schweizer. Die Bühne ist Gaddafis Spielplatz und als der nach den Kampfszenen verwüstet ist, ist der „Master of the Revolution“ verärgert. Er vergießt eitle Tränen, wenn seine Frisur nicht sitzt und verbreitet in seiner Lächerlichkeit trotzdem Todesangst beim (Bühnen-)Personal.</p>
<p>Den Ruf, der ihrem eigenen Genre vorauseilt, reflektieren die Lovefuckers ironisch-geschickt, wenn sie ihre Gaddafi-Puppe zu Beginn Kasperltheater mit dem Publikum spielen lassen. „Seid ihr auch alle da?“ &#8211; „Wa ʿalaikumu s-salām!“ In einer Mischung aus Erleichterung und Hilflosigkeit geben sich die Zuschauer der ausgelassenen Stimmung des Abends hin. Es ist ja auch unglaublich, dass die Anekdoten, die Regisseurin Ivana Sajević hier mit ihren Puppenspielern als Nummern aneinander gereiht hat, auf wahren Begebenheiten aus dem politischen Leben Gaddafis beruhen. Dass diese schräge Puppe seinen Auftritten in der medialen Öffentlichkeit erschreckend ähnlich ist &#8211; und das nicht erst seit die libysche Öffentlichkeit aufbegehrt. Und dass Gaddafi just in diesen Tagen Siegesfeiern vor Fernsehkameras inszeniert, die von den Auftritten seines Pappkameraden in „King of the Kings“ nicht all zu weit entfernt sind.</p>
<p>Aber müsste einem nicht gerade deshalb irgendwann im Laufe des Abends das Lachen im Hals stecken bleiben? Das tut es nicht, dafür ist das alles viel zu bunt und lustig. Und so verstärkt „King of the Kings“ unseren Sicherheitsabstand zum kriegerischen Geschehen in Libyen, das wir nur von Fernsehbildern kennen. Frei nach dem Festival-Motto „Rückzug ins Öffentliche“ muss man sich die Frage gefallen lassen, ob bei aller Medialität für den Zuschauer vor dem Bildschirm &#8211; oder der Bühne &#8211; noch irgendein Funken Verantwortung übrig bleibt? Oder ob wir uns mit den Informationen über das Weltgeschehen nicht nur tatenlos in Sicherheit wiegen? Ist Lachen die einzige Handlungsmöglichkeit, die bleibt? Immerhin etwas, könnte man sagen. Oder um mit dem Stück zu enden: „Die Wahrheit liegt in der Wüste.“</p>
<p><em>Schönschrift.org hat mit Regisseurin Ivana Sajević vor der Premiere gesprochen: <a title="„Dieser verrückte bunte Vogel“ | Ivana Sajević im Gespräch über Gaddafi als „King of the Kings“ (Freischwimmer 2011)" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/interview-lovefuckers-king-of-the-kings-gaddafi/">Zum Interview.</a></em></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2011/03/notizen-king-of-the-kings.pdf"><img class="alignleft size-full wp-image-590" title="Notizen King of the Kings" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/03/notizen-king-of-the-kings-thumb.jpg" alt="" width="275" height="275" /></a><a href="/wp-content/uploads/2011/03/notizen-king-of-the-kings.pdf">Notizen zu diesem Text als PDF</a></p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=King+of+the+Kings+%7C+Die+Wahrheit+liegt+in+der+W%C3%BCste+%28Freischwimmer+2011%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>„Dieser verrückte bunte Vogel“ &#124; Ivana Sajević im Gespräch über Gaddafi als „King of the Kings“ (Freischwimmer 2011)</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 07:56:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Lovefuckers, das sind die Puppenspielerinnen und Regisseurinnen  Anna Menzel und Ivana Sajević. Sie haben ihr Team um einige Gäste erweitert und eröffnen heute abend in den Berliner sophiensælen mit „King of the Kings“ das Freischwimmer Festival. In der Ankündigung heißt &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/interview-lovefuckers-king-of-the-kings-gaddafi/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=%E2%80%9EDieser+verr%C3%BCckte+bunte+Vogel%E2%80%9C+%7C+Ivana+Sajevi%C4%87+im+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Gaddafi+als+%E2%80%9EKing+of+the+Kings%E2%80%9C+%28Freischwimmer+2011%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_544" class="wp-caption alignnone"><em><img class="size-full wp-image-544" title="Lovefuckers - King of the Kings" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/03/king-of-the-kings-variante1.jpg" alt="" width="720" height="306" /></em><p class="wp-caption-text">Ivana Sajević in der Mitte unten (Foto: Lovefuckers/sophiensæle; alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p><em>Die Lovefuckers, das sind die Puppenspielerinnen und Regisseurinnen  Anna Menzel und Ivana Sajević. </em><em>Sie haben ihr Team um einige Gäste erweitert und eröffnen heute abend in den Berliner sophiensælen mit </em><em>„</em><em><a href="http://www.freischwimmer-festival.com/produktionen_detail.php?ID=28">King of the Kings</a></em><em>“ </em><em>das Freischwimmer Festival. In der Ankündigung heißt es, es werde ein internationaler Politthriller mit Puppentheater, Videoclips und Musik. Im Mittelpunkt eine Hauptfigur, die tagespolitisch nicht interessanter sein könnte: Muammar al-Gaddafi, selbst erklärter König der Könige. Wir haben uns vor der Premiere mit Ivana <em>Sajević</em> unterhalten und in Schönschrift notiert, was sie zu erzählen hatte.</em></p>
<p><strong>Schönschrift: Ich will dich gar nicht lange von der Arbeit abhalten. Ist ja wahrscheinlich gerade ziemlich turbulent bei euch.</strong></p>
<p>Ivana Sajević: Klar, so kurz vor der Premiere.</p>
<p><strong>Und mit Muammar al-Gaddafi behandelt ihr eine Person, die grade wie keine andere die Öffentlichkeit beschäftigt.</strong></p>
<p>Ich habe mich schon lange gewundert, warum seit Jahren niemand etwas über ihn macht. Er hält sich seit über 40 Jahren an der Macht. Er ist Diktator und Politiker. Er war ein Idealist, hat Terroristen unterstützt, hat aber auch in den ersten Jahren viel getan, wofür eine Generation ihm sehr dankbar ist. Er ist eine Figur voller Widersprüche. <span id="more-506"></span>Er hat sich vom Idealisten zum Despoten gewandelt und dass er sich permanent theatral inszeniert, das hat mich besonders interessiert. Er ist ein unglaublich guter Performancekünstler und erregt mit seinen Auftritten großes Aufsehen. Dieser verrückte, bunte Vogel, der überall sein Zelt aufbaut und sich weigert, in Hotelzimmern zu übernachten. Mit seiner weiblichen Leibgarde von mindestens 40 Frauen, die als Jungfrauen gelten und für die es ein eigenes Ausbildungslager in Tripolis gibt. Aus theatraler Sicht ist das alles so besonders, so originell, wie man das auch immer wertet.</p>
<p><strong>Mit den aktuellen Entwicklungen in Libyen bekommt das eine völlig neue Dimension. Hättet</strong><strong> ihr das geahnt, als ihr die Idee zu King of Kings hattet?</strong></p>
<p>Die Idee gibt&#8217;s schon seit ein paar Jahres. Im Rahmen des Freischwimmer Festivals habe ich letztes Jahr die Konzeption eingereicht. Seitdem laufen die Vorbereitungen und seit Anfang Janur proben wir. Es gab einen Grundplot mit der dramaturgischen Setzung, die Revolution am Ende zu zeigen. Dann auf einmal kam sie tatsächlich und dann haben wir uns dramaturgisch ein bisschen verändert. In dem Sinne, dass wir gesagt haben, wenn das jetzt passiert, dann ist es hinfällig, das zu zeigen. Stattdessen konzentrieren wir uns stärker auf Gaddafi und seine Selbst-Inszenierung. Ihn als Performancekünstler.</p>
<p><strong>Also habt ihr euch die Revolution als dramaturgische Setzung ausgedacht, und dann ist sie wirklich passiert?</strong></p>
<p>Genau, das war meine Setzung und dann ging das in Tunesien los und dann haben wir während der Proben schon heiß diskutiert, dachten aber, in Libyen ist die Situation anders. Da hat Gaddafi sein Volk unter eiserner Hand und es ist nochmal viel schwieriger, weil er durch sein System alles viel abgeschlossener gehalten hat als in anderen Ländern. Da ist keine Presse nach außen gedrungen. Er hat da eine viel stärkere, autoritärere Führungshand gehabt. Wir dachten zumindest, dass es in Libyen nicht so schnell gehen würde. Oder dass der Aufstand schon im Vorfeld verhindert werden würde. Im Endeffekt ist es ja auch immer noch unentschieden und es wird ja gerade in diesen Tagen immer blutiger. Aber es war für uns total interessant, dass es doch einfach passiert.</p>
<p><strong>Wie habt ihr die tagesaktuellen Entwicklungen in eure Arbeit einfließen lassen?</strong></p>
<p>Wir haben schon zu Beginn der Proben jeden Tag eine Stunde zusammen gelesen. Ich hatte den Grundplot aus biografischen Elementen, wichtigen Personen und Ereignissen konzipiert und anhand dieses Szenenplots haben wir dann improvisiert. Mir war es wichtig, dass die Beteiligten nicht nur als Spieler funktionieren, sondern auch auf einem gewissen Wissensstand sind. Wir haben also Zeitungen gelesen,  Artikel, alles, was mit Gaddafi im Zusammenhang steht. Und dann kam die Revolution und wir waren schon so eingearbeitet und so interessiert, dass wir uns per Mail ständig gegenseitig upgedatet haben. Man hat auf einmal gemerkt: Ey, wir machen darüber was und auf einmal passiert das real. Das war ein unglaublich aktueller Austausch. Das wird man im Stück auch erkennen. Wenn man die aktuellen YouTube-Videos kennt, die Pressesachen, seine Reden, wie er in letzter Zeit aufgetreten ist &#8211; das wird man alles wiedererkennen.</p>
<p><strong>Wo siehst du das Theater zwischen all diesen Medien. Welche besondere Qualität hat es in dem Moment?</strong></p>
<p>Das Theater ist unmittelbar. Das ist das, was für mich immer den Unterschied macht. Die Leute sitzen da drin und es passiert jetzt genau in dem Moment.</p>
<p><strong>Aber es passiert mit einer Puppe.</strong></p>
<p>Ja, genau das ist ja unser großer Bonus. Man darf nicht vergessen, dass das eine stilisierte Form der Performance ist. Eine Verfremdung oder auch Abstraktion. Wir heben ihn auf eine gewisse Ebene und versuchen trotzdem permanent, einen aktuellen Bezug zu machen. Das ist meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, sich dieser Figur zu nähern. Ich glaube, du hast nicht die gleichen Chancen, wenn du einen Schauspieler hinstellst und sagst: Das ist jetzt Gaddafi. Mit der Puppe als verfremdeter Form der Darstellung hast du die Möglichkeit ihn in allen Facetten und mit all seinen Widersprüchen zu zeigen. Ihn als Diktator zu zeigen, zum Teil ironisch, aber auch seine tragischen Facetten. Sei es der Wandel vom Idealisten zum Despoten. Alles was an ihm ambivalent und umstritten ist, auch ablehnbar. Das alles kann man wunderbar zeigen, mit einer Puppe. Wir sind ja alle Puppenspieler, deswegen sehen wir darin auch die Qualität.</p>
<p><strong>Habt ihr eine politische Perspektive? Was glaubt ihr, wie das weitergeht?</strong></p>
<p>Also, wir sprechen viel darüber. Es ist schwierig zu sagen. Es gibt mehrere Varianten. Wir können ja trotzdem nicht hellsehen, auch wenn das alles so ein bisschen voodoo-mäßig rüber kommt. Wir haben daran gearbeitet und jetzt passiert es. Aber es gibt verschiedene Optionen und die sehen alle nicht besonders gut aus. Weil es einfach sehr blutig ist momentan. Das ist das einzige, das ich sagen kann. Ob das jetzt ein langer Bürgerkrieg wird oder da noch mehr Leute draufgehen, weil sie sich ihre Unabhängigkeit erkämpfen wollen. Es ist auf jeden Fall nicht schön, was da grade passiert.</p>
<p><strong>Ihr schreibt in eurer Ankündigung, es sei an der Zeit, dass jemand einen Polit-Thriller über Gaddafi macht. Die aktuellen Entwicklungen geben euch recht. Was erwartet die Zuschauer, wenn sie zu euch in die Premiere kommen?</strong></p>
<p>Ich hoffe, dass sich die Leute trotz des Themas und weil es gerade so allgegenwärtig ist, amüsieren können. Ich glaube, dass es wichtig ist, sich so einem Thema auch mit einer gewissen Leichtigkeit zu nähern. Das ist der Bonus-Punkt für uns, ihn mit einer Puppe zu zeigen. Ansonsten finde ich die Schlagwörter, die wir unter den Titel gesetzt haben, eigentlich ganz gut. King of the Kings. Gaddafi hat sich selbst so genannt. Elvis Presley war auch der King, Michael Jackson auch. Er als Performancekünstler ist der King. Es erwartet die Zuschauer eben ein Polit-Thriller, mit viel Action, mit Puppen, Videoclips, Musik. Wir haben eine Verfolgungsjagd, es gibt eine Nachtclubszene, mit Reden und immer wieder pompösen Auftritten, neuen Kostüm. Es wird fake-arabisch, englisch und deutsch in verschiedenen Akzenten geredet. Es wird sehr bunt, sehr dynamisch und actiongeladen.</p>
<p><em><a href="http://www.freischwimmer-festival.com/produktionen_detail.php?ID=28">King of the Kings</a> ist im Rahmen des Freischwimmer Festivals am 10., 11. und 12. März in den <em>sophiensælen</em> zu sehen. UPDATE: <a title="King of the Kings | Die Wahrheit liegt in der Wüste (Freischwimmer 2011)" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/king-of-the-kings-kritik-freischwimmer-2011/">Unsere Kritik.</a></em></p>
<p><em>Das ungeschnittene Interview steht als Download zur Verfügung. Formate: <a href="http://schönschrift.org/wp-content/uploads/2011/03/Interview-Freischwimmer-Sajevic.mp3">MP3</a> oder <a href="http://schönschrift.org/wp-content/uploads/2011/03/Interview-Freischwimmer-Sajevic.ogg">Ogg Vorbis</a>.</em></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2011/03/notizen-interview-lovefuckers-kg.pdf"><img class="size-thumbnail wp-image-555 alignleft" title="Notizen Interview Lovefuckers" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/03/notizen-interview-lovefuckers-kg-thumb-275x275.jpg" alt="Ausschnitt aus Notizseite" width="275" height="275" /></a><a href="/wp-content/uploads/2011/03/notizen-interview-lovefuckers-kg.pdf">Notizen zu diesem Gespräch als PDF</a></p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=%E2%80%9EDieser+verr%C3%BCckte+bunte+Vogel%E2%80%9C+%7C+Ivana+Sajevi%C4%87+im+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Gaddafi+als+%E2%80%9EKing+of+the+Kings%E2%80%9C+%28Freischwimmer+2011%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>Battle ums Abzeichen &#124; Wir bloggen beim Freischwimmer Festival 2011</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 08:09:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Frühling kommt nach Berlin, Freischwimmer-Saison. Noch bevor die Freibäder eröffnen, beherbergt die Hauptstadt den Auftakt zum Freischwimmer Festival für Nachwuchstheater, Performancekunst und Live Art. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von fünf der allerersten Produktionshäuser für Freies Theater im &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/blog-battle-freischwimmer-festival-2011/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Battle+ums+Abzeichen+%7C+Wir+bloggen+beim+Freischwimmer+Festival+2011+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_461" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-461" title="Freischwimmer Festival 2011" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/03/Auftakt-Freischwimmer.jpg" alt="" width="716" height="306" /><p class="wp-caption-text">Bilder: Freischwimmer Festival (alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p>Der Frühling kommt nach Berlin, Freischwimmer-Saison. Noch bevor die Freibäder eröffnen, beherbergt die Hauptstadt den Auftakt zum <a href="http://www.freischwimmer-festival.com/index.php">Freischwimmer Festival</a> für Nachwuchstheater, Performancekunst und Live Art. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von fünf der allerersten Produktionshäuser für Freies Theater im deutschsprachigen Raum. <a href="http://www.kampnagel.de/">Kampnagel</a> in Hamburg und das Düsseldorfer <a href="http://forum-freies-theater.de/">Forum Freies Theater</a> wurden grade zusammen mit dem Hebbel am Ufer zum <a href="http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/03_theatertreffen/tt_start.php">Theatertreffen</a> eingeladen. Letzteres ist &#8211; warum eigentlich? &#8211; nicht bei Freischwimmer dabei. Dafür der kleinere Partner in Mitte: Die <a href="http://www.sophiensaele.de/">Sophiensaele</a> richten vom 10. bis 19. März die erste von fünf Freischwimmer-Runden aus. Mit dabei sind außerdem <a href="http://www.brut-wien.at/start.php?">Brut</a> Wien und die Zürcher <a href="http://www.gessnerallee.ch/">Gessnerallee</a>.</p>
<p>Sieben KünstlerInnen und/oder Kollektive waren eingeladen, eine Produktion beizusteuern, die nun in allen fünf Städten nacheinander gezeigt wird. Das Thema des ganzen lautet, so tagesaktuell, dass es kaum auszuhalten ist: Rückzug ins Öffentliche. Wir werden in Schönschrift aus Berlin das Programm begleiten. <span id="more-459"></span>Als Embedded Kultur-Bloggers sozusagen, denn die vermutlich geniale Marketing- und Presseabteilung des Festivals hat passend zum Thema einen <a href="http://www.sophiensaele.com/downloads/AUSSCHREIBUNG_FREISCHWIMMER_BLOG-BATTLE.pdf">Blog-Wettbewerb</a> ausgeschrieben. „Gemeinsam mit Obama, Greenpeace und der Deutschen Bank twittern, bloggen, posten und talken wir uns um den Verstand“, heißt es in der Ankündigung. <a title="Neues vom PR-Sport" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/pr-sport-bild-holofernes-taz/">BILD, Spiegel und taz</a> nicht zu vergessen. Und selbst die großen Feuilletons und Spartenmagazine haben ihre Internetpräsenz. Vorstoß ins Netz, statt Rückzug ins Öffentliche. Niemand geringeres als die RedakteurInnen von <a href="http://theaterderzeit.de/Magazine/Index">Theater der Zeit</a> schauen den Freischwimmer-Bloggern auf die Finger. Öffentlichkeit bewertet Öffentlichkeit bewertet Öffentlichkeit, bis einer weint &#8211; oder gewinnt. Hochkultur, Subkultur, Public Relations, wir nehmen die Herausforderung an und freuen uns auf den Austausch im virtuellen Foyer! Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar! Echt jetzt.</p>
<p>Das Kerngeschäft der Freischwimmer findet natürlich in der Öffentlichkeit per se statt, auf der Theaterbühne. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das <a href="http://www.freischwimmer-festival.com/kalender_berlin.php">Programm</a>:</p>
<p>Die Lovefuckers um Ivana Sajevic finden: „Die Zeit ist reif für einen Politthriller über Muammar al-Gaddafi!“ Einen solchen zeigen sie, versetzt mit Musik, Puppenspiel, Videoclips und einer Prise Revolution, zum Festivalauftakt: <a title="King of the Kings | Die Wahrheit liegt in der Wüste (Freischwimmer 2011)" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/king-of-the-kings-kritik-freischwimmer-2011/">King of the Kings</a>.</p>
<p>Royal geht es auch bei Chuck Morris zu. Sie krönt sich gleich selbst zur Königin und Lichtträgerin des Volkes, wobei nicht klar ist, ob sich hinter „sie“ der Pluralis Majestatis, der weibliche Singular oder neutrale Plural verbirgt. Oder alles auf einmal? <a title="Souvereines | Die einmalige Audienz (Freischwimmer 2011)" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/souvereines-freischwimmer-2011-berlin/">Souveraines</a> heißt jedenfalls das Oeuvre.</p>
<p>Den Schritt von royalistisch zu animalistisch vollzieht das Institut für Hybridforschung. Die ForscherInnen loten den Spielraum von Mischwesen und Chimären in der menschlichen Gesellschaft aus und verwischen mit <a title="Furry Species | Hybrid statt Hybris (Freischwimmer Festival)" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/furry-species-freischwimmer-festival/">Furry Species</a> die Trennlinie zwischen Mensch und Tier.</p>
<p>Verena Billiger und Sebastian Schulz laden das Publikum zu einem sehr romantischen Treffen ein. Auf der Bühne wird geküsst, was die Speicheldrüsen hergeben. Gefühle und Intimität oder nur Gesten, Haltungen, Simulation? Herzlich willkommen zum <a title="Romantic Afternoon* II | Der Diskurs unter den Küssen (Freischwimmer 2011)" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/romantic-afternoon-kritik-freischwimmer-2011/">Romantic Afternoon</a>.</p>
<p>Mariamagdalena und Gäste setzen hier quasi noch einen drauf. In <a href="http://www.freischwimmer-festival.com/produktionen_detail.php?ID=29">Bis dass der Tod uns scheidet</a> sind die Zuschauer Gäste bei einer polnischen Hochzeitsfeier. Mit allen Spielregeln, die dazu gehören, inklusive Dresscode und Geschenke. Ob man die Braut auch küssen darf?</p>
<p>Laura Kalauz und Martin Schick hinterfragen den gesunden Menschenverstand und die Normalität. Ihr <a title="CMMN SNS PRJCT | Über unsere Besessenheit (Freischwimmer 2011)" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/cmmn-sns-prjct-kritik-freischwimmer-2011/">CMMN SNS PRJCT</a> ist eine selbst erklärte Ode an die Unvollständigkeit in der uneingeschränkten Handelszone des Theaters.</p>
<p>Dauerpräsent beim Festival ist Barbara Ungepflegts Installation <a href="http://www.freischwimmer-festival.com/produktionen_detail.php?ID=24">Notstand</a>. Der Vorgeschmack im Programmheft lässt auf weit fortgeschrittene Wortspiel-o-Manie hindeuten, aber sonst auf wenig. „Aus der Tugend eine Not machen“ klingt allerdings spannend.</p>
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