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	<title>Schönschrift &#187; transmediale.11</title>
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	<description>Notizen zur Kultur</description>
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		<title>Eindeutig latent &#124; Biomediale DNA-Profile (transmediale.11)</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2011 16:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Till Claassen]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Festival]]></category>
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		<description><![CDATA[Was haben eine analoge Fotografie, ein Fingerabdruck und ein DNA-Profil, der sogenannte genetische Fingerabdruck, gemeinsam? Erstaunlich viel, wird man feststellen. Zum Beispiel können alle drei zu erkennungsdienstlichen Zwecken verwendet werden oder als Beweis in einem Gerichtsverfahren. Damit gehören sie aus &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/latent-figure-protocol-biomediale-dna-profile-transmediale-11/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Eindeutig+latent+%7C+Biomediale+DNA-Profile+%28transmediale.11%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_196" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-196" title="Latent Figure Protocol (Paul Venouse) auf der transmediale.11" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/02/latent-figure-protocol-transmediale.jpg" alt="" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">Paul Venouses DNA-Fingerabdruck zeigt ein &quot;©&quot;</p></div>
<p>Was haben eine analoge Fotografie, ein Fingerabdruck und ein DNA-Profil, der sogenannte genetische Fingerabdruck, gemeinsam? Erstaunlich viel, wird man feststellen. Zum Beispiel können alle drei zu erkennungsdienstlichen Zwecken verwendet werden oder als Beweis in einem Gerichtsverfahren. Damit gehören sie aus semiotischer – also zeichentheoretischer – Sicht zur Kategorie des <em>Index</em> (lateinisch: Zeigefinger). Indizes sind nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Sanders_Peirce">Charles Sanders Peirce</a> Zeichen, die im Sinne einer Spur in physischer Verbindung zu dem stehen, worauf sie verweisen. Wenn der Fotograf auf den Auslöser drückt, schreibt sich sein Motiv in das fotosensible Material ein. Der beispielsweise bei der Polizei zu Identifizierende drückt selbst – nämlich seinen Finger, zuerst in die Tinte, dann auf Papier, wobei die Linien seiner Haut schwarz auf weiß zurück bleiben. Und der genetische Fingerabdruck? Nun, die begriffliche Nähe täuscht ein wenig über das höchst komplexe Verfahren hinweg, mit dem die Wissenschaft molekulares Material zur Visualisierung bringt. Doch vielleicht ist es grade diese Komplexität, die uns glauben lässt, die DNA sei das zuverlässigste Mittel zur eindeutigen Identifikation der Person, deren physisches Material vorliegt.</p>
<p>Paul Venouse stellt bei der transmediale.11 seine Installation <a href="http://www.transmediale.de/de/content/latent-figure-protocol">„Latent Figure Protocol“</a> aus.<span id="more-195"></span> Um seine bioartistischen Experimente ging es in der Diskussion <a href="http://www.transmediale.de/de/content/fingerprints-identity-indexicality-and-biomedia-fokusdiskussion-track-3">„Fingerprints? Identity, Indexicality and Biomedia“</a> im Rahmen der „Body:Response“-Konferenz. Was ist „Latent Figure Protocol“? Zwei Kameras filmen zwei Glasträger mit DNA-Markern. Zwei Beamer werfen die Kamerabilder an die Wand und zeigen völlig unerwartete Bilder. An Stelle der aus Film und Fernsehen bekannten, rätselhaft einzigartigen Codes, zeigen die DNA-Sequenzen verblüffend vertraute Symbole: eine liegende Acht und ein © für Copyright. Es gibt andere Versionen der Installation, in denen sich beispielsweise ein Totenkopf oder ein Smiley abzeichnen.</p>
<p>Die Installation untergräbt damit gleich mehrfach den visuellen Code, der die Wahrnehmung von DNA bestimmt. Zunächst einmal wird die wissenschaftliche Technik als manipulierbar (und manipuliert) entlarvt. Weiterhin zeigt das DNA-Puzzle, das üblicherweise nicht wir selbst, sondern die TV-Forensiker von &#8222;CSI&#8220; für uns entschlüsseln, bekannte Symbole und präsentiert sich darin als das, was es ist: eine kulturelle Konstruktion unter anderen, mit dem Unterschied, dass sie sich auf der Basis einer wissenschaftlichen Visualisierung zeigt und damit von einer Aura des Unzweifelhaften umgeben ist.</p>
<p>Dies berge unter anderem die Gefahr eines neuen biologischen Determinismus und Rassismus, so Jens Hauser, Kurator der Ausstellung <a href="http://www.scheringstiftung.de/de/projektraum/aktuelles/2528-paul-vanouse-fingerprints-.html">„Fingerprints“</a>, die zur Zeit in der Schering-Stiftung in Berlin einen umfassenden Einblick in Venouses Arbeit gibt. Neben Hauser und Venouse selbst diskutierte ein interessant zusammen gestelltes Panel diese und andere Gefahren.</p>
<p>Der Kriminologe Simon Cole, der unter anderem die juristische Relevanz des genetischen Fingerabdrucks erläuterte, warnte ebenso wie Hauser, dass die DNA dazu prädestiniert sei, die Hautfarbe in einem Diskurs über biologisch begründete Rassenmerkmale abzulösen. Hans-Jörg Rheinberger, der ehemalige Leiter des Max Planck-Instituts, ging anschließend auf wissenschaftliche Visualisierungsstrategien wie Vergrößerung und Verstärkung ein. Eins wurde dabei klar: Es ist keineswegs nur die Kunst eines Paul Venouse, die das DNA-Material biomedial manipuliert. Auch die scheinbar objektive Wissenschaft ist auf visuelle Verfahren angewiesen, um das Bild der DNA, die ansonsten natürlich unsichtbar bliebe, hervorzubringen.</p>
<p>Und so argumentiert Jens Hauser, dass der DNA-„Fingerabdruck“ auch in semiotischer Sichtweise kein Index sei, sich also doch von Foto und Fingerabdruck unterscheide. Die Moleküle seien zwar das Material, aus dem das visuelle Muster entsteht, doch dessen Positionierung, die das entstehende Bild ausmache, werde allein durch den angewandten Prozess bestimmt. Dieser ist reine Konvention und damit in den Kategorien von Peirce ein Symbol – eine kulturelle Vereinbarung von Bedeutung.</p>
<p>Die Ausstellung<a href="http://www.scheringstiftung.de/de/projektraum/aktuelles/2528-paul-vanouse-fingerprints-.html"> „Fingerprints“</a> läuft noch bis 26. März in der Schering-Stiftung, Unter den Linden 32-34.<br />
In einer Performance am 5. Februar um 20 Uhr startet Paul Venouse einen neuen Prozess in der Installation <a href="http://www.transmediale.de/de/content/latent-figure-protocol">&#8222;Latent Figure Protocol&#8220;</a>. Sie ist noch bis zum 6. Februar bei der transmediale.11 im Haus der Kulturen der Welt zu sehen.</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2011/02/Notizen-Latent-Figure-Protocol-KG.pdf"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-209" title="Notizen Latent Figure Protocol KG" src="/wp-content/uploads/2011/02/screenshot-kg-lfp-275x275.jpg" alt="Notizen Latent Figure Protocol KG" width="275" height="275" /></a><a href="/wp-content/uploads/2011/02/Notizen-Latent-Figure-Protocol-TC.pdf"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-210" title="Notizen zu Latent Figure Protocol TC" src="/wp-content/uploads/2011/02/Screenshot-tc-lfp-275x275.jpg" alt="Notizen zu Latent Figure Protocol TC" width="275" height="275" /></a></p>
<p style="clear: both;">Notizen zu diesem Artikel als PDF: <a href="/wp-content/uploads/2011/02/Notizen-Latent-Figure-Protocol-KG.pdf">KG</a>, <a href="/wp-content/uploads/2011/02/Notizen-Latent-Figure-Protocol-TC.pdf">TC</a></p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Eindeutig+latent+%7C+Biomediale+DNA-Profile+%28transmediale.11%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>Live und Leben &#124; (transmediale.11)</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 22:15:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mushon Zer-Aviv]]></category>
		<category><![CDATA[Philip Auslander]]></category>
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		<description><![CDATA[Angel_F ist eigentlich noch ein Kind. Mit Babypuppen-Mündlein und Kulleraugen. Dazwischen ein Fleck. Anschluss-Buchse oder Einschussloch? Ein punctum mitten im Kindchenschema, das den Blick irritiert. Angel_F, das steht für Autonomous Non-Generative E-volitive Life_Form. Ein autonomes Programm, dem seine Erfinder das Sprechen &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/live-und-leben-transmediale-11/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Live+und+Leben+%7C+%28transmediale.11%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_157" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-157" title="Angel_F auf der transmediale.11" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/02/angel-f-transmediale.jpg" alt="" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">Angel_F beim transmediale.11 Opening</p></div>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Angel_F">Angel_F</a> ist eigentlich noch ein Kind. Mit Babypuppen-Mündlein und Kulleraugen. Dazwischen ein Fleck. Anschluss-Buchse oder Einschussloch? Ein punctum mitten im Kindchenschema, das den Blick irritiert. Angel_F, das steht für Autonomous Non-Generative E-volitive Life_Form. Ein autonomes Programm, dem seine Erfinder das Sprechen beigebracht haben, ein Hack von Künstlern und Open Source Aktivisten. Künstliche Intelligenz, die einen so freundlich anschaut, dass einem ganz warm wird. Angel_F ist eine Art Maskottchen der transmediale Konferenz mit dem Titel <a href="http://www.transmediale.de/content/conference-bodyresponse-–-biomedial-politics-age-digital-liveness">„Body:Response &#8211; Biomedial Politics in the Age of digital Liveness“</a>. Es ist das Inter-Face, in dem sich die gegenläufigen Utopien von Pinocchio und Avatar spiegeln. <span id="more-140"></span></p>
<p>Carlo Collodis Pinocchio wünscht sich sehnlich, ein richtiger Junge zu sein und erhält am Ende der Geschichte als Belohnung für bestandene Abenteuer das echte menschliche Leben. Jake Sully in James Camerons <a href="http://www.avatar-derfilm.de/">&#8222;Avatar &#8211; Aufbruch nach Pandora&#8220;</a>, ist dagegen von seinem menschlichen Dasein frustriert und will, als er einmal die Möglichkeiten entdeckt hat, die ihm sein Avatar bietet, gar nicht wieder raus aus der virtuellen Existenz.</p>
<p>Mitten drin findet sich der ganz normale Mensch des digitalen Zeitalters. Verkabelt und verbunden mit der halben Welt oder auch schnurlos und frei, immer erreichbar und trotzdem nie zu Hause. Sein Körper ist medial erweitert und transparent. Jedes Detail seines Lebens kann statistisch erhoben und kategorisiert werden. Gibt es in diesen Zeiten noch einen besonderen Wert des Körpers, der physischen Präsenz oder müssen die Fragen nach Authentizität und gesellschaftlichem Zusammenleben auf neuen Grundlagen aufbauen?</p>
<p>Das erste Keynote Podium der transmediale Konferenz schlug heute Nachmittag den Bogen von der zentralen Frage des Partnerfestivals <a href="http://www.clubtransmediale.de/">Club Transmediale</a> „What is live?“ zum Begriff der Digitalen Liveness. Auf insgesamt drei Spuren verfolgen die Transmediale-Kuratoren Aspekte der Präsenz, Identität, Ökonomie und des politischen Handelns in der Ära der sogenannten Echt-Zeit. Und wer hätte den Reigen besser einleiten können, als Philip Auslander? Sein gerade in der zweiten Auflage erschienenes Buch <a href="http://www.lcc.gatech.edu/~auslander/liveness.html">„Liveness – Performance in a Mediatized Culture“</a> (Routledge 2008) behandelt den Siegeszug des Live-Begriffs im zwanzigsten Jahrhundert.</p>
<p>Es gibt, so Auslander, den Begriff der Liveness oder Live-Performance erst, seit eine Abgrenzung zur medientechnisch erzeugten Aufnahme nötig wurde. In der Dichotomie live/recorded steht Liveness für Authentizität und Einmaligkeit, die gemeinsame Anwesenheit von Zuschauern oder –hörern und Performern am selben Ort zur selben Zeit. Doch der Live-Begriff ändert sich mit der Zeit und mit der medienhistorischen Entwicklung. Er bezeichnet neben der physischen Ko-Präsenz auch die extrem zeitnahe mediale Übertragung eines Ereignisses via Radio, Fernsehen oder Streaming im Netz. Schlussendlich könne man, so Auslander, sogar die gemeinsame Tele-Präsenz in sozialen Netzwerken im Internet oder den Echtzeit-Kontakt via twitter oder SMS als Liveness bezeichnen.</p>
<p>Doch wo bleibt dann der vitale Aspekt, der an den Menschen aus Fleisch und Blut gebunden ist und nicht etwa für ein Angel_F simuliert werden könnte? Auslander hat ihn in  seinem „Liveness“-Band gerettet. Egal wie medial oder digital die Liveness auch werde, argumentiert er, letztlich käme es auf die Aktivität des Publikums an, das ein virtuelles Ereignis als live empfindet, es sich aneignet und auf die Ansprache der Technologie antwortet. „Response:Ability“ im besten Sinne.</p>
<p>Von Identifikation, Zugehörigkeit, ja sogar vom libidinösen Verlangen nach physischer Zusammenkunft sprach auch Auslanders Nachfolger auf dem Podium, Erik Kluitenberg. Passend zu papierlosen Büros und dezentralisierten globalen Märkten veranstaltete er mit anderen das Festival <a href="http://www.electrosmogfestival.net/">„Electro Smog. International Festival for Sustainable Immobility“</a>. Es diskutierten Teilnehmer von Kanada bis Neuseeland mit dem Publikum in Amsterdam. Nur dass sie nicht physisch anwesend waren, sondern per Live-Stream, Video-Konferenz oder Skype. Das war gut für die Umwelt und eine enorme technische Herausforderung, nur für’s Publikum habe es nicht funktioniert, so Kluitenberg. Etwas habe gefehlt, eine Lücke, die auch die raffinierteste Übertragungstechnologie nicht schließen konnte. Auslanders Antwort der Zuschauer auf das mediale Ereignis war hier offensichtlich ausgeblieben. Ein wünschenswerter Effekt der allumfassenden medialen Liveness, nämlich die Reduktion von umweltbelastender Mobilität, bliebe damit zunächst aus, so Kluitenbergs zaghaftes aber nicht verzagtes Fazit.</p>
<p>Mushon Zer-Avivs Vortrag schloss die Runde mit Anmerkungen zum gesellschaftlichen Miteinander unter den Vorzeichen medialer Präsenz. Zentral war hier der Begriff der Öffentlichkeit, der die Diskussion anschlussfähig macht für Fragen zu Demokratie und politischem Handeln, die in den nächsten Tagen folgen werden. Mushon nahm den Aspekt des Publikums in ganz anderer Form auf. Sowohl die Plattformen im Internet als auch öffentliche Plätze und Straßen im urbanen Raum seien durchdrungen von den Blicken eines unsichtbaren Publikums und es sei die Aufgabe von Künstlern, Designern, Architekten und Web-Aktivisten in dieser mediatisierten Öffentlichkeit ein Gespür für Einmaligkeit und Intimität herzustellen.</p>
<p><a href="http://schönschrift.org/wp-content/uploads/2011/02/notizen-live-und-leben.pdf"><img class="size-thumbnail wp-image-192 alignleft" title="Notizen zum Artikel &quot;Live und Leben&quot;" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/02/notizen-live-und-leben-thumb-275x275.jpg" alt="" width="275" height="275" /></a><a href="/wp-content/uploads/2011/02/notizen-live-und-leben.pdf">Notizen zu diesem Artikel als PDF</a></p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Live+und+Leben+%7C+%28transmediale.11%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>Skandle im Sperrbezirk &#124; (transmediale.11)</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 08:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Till Claassen]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem Kampfbegriff Analog Hole versucht die amerikanische  Film- und Musikindustrie seit 2002, eine Lücke im Netz der Kopierschutzverfahren zu verkleinern. Durch analoges Überspielen und anschließendes Re-Digitalisieren lässt sich, nimmt man einen gewissen Qualitätsverlust hin, schließlich fast alles kopieren. Wie &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/skandle-im-sperrbezirk-transmediale-11/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Skandle+im+Sperrbezirk+%7C+%28transmediale.11%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-142" title="Skandle bei der transmediale.11" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/02/skandle-transmediale.jpg" alt="" width="720" height="306" /></p>
<p>Mit dem Kampfbegriff <em>Analog Hole</em> versucht die amerikanische  Film- und Musikindustrie seit 2002, eine Lücke im Netz der Kopierschutzverfahren zu verkleinern. Durch analoges Überspielen und anschließendes Re-Digitalisieren lässt sich, nimmt man einen gewissen Qualitätsverlust hin, schließlich fast alles kopieren. Wie etwa in prä-digitalen Zeiten mit magnetischen Tonbändern. Durch strikte Gesetze und eng gesetzte Standards würden manche Interessengruppen die analogen Zugriffsmöglichkeiten auf Bilder und Töne so stark wie möglich einschränken. Doch diese Anstrengung ist paradox, denn an irgendeinem Punkt müssen die Inhalte in analoger Form an den Nutzer übermittelt werden. Die Bits müssen in Photonen und Schwingungen umgewandelt werden.</p>
<p>ӎ, ℝ und ⁋ thematisieren diese Spannung, die analoge Lücke, mit ihrem Projekt <a href="http://skandle.us/">Skandle</a>, das sie in der Open Design City der transmediale.11 vorstellen.<span id="more-139"></span> Skandle überwindet den Kopierschutz des E-Book-Readers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amazon_Kindle">Kindle</a> von Amazon auf eine sehr einfache Weise: Das Gerät wird auf einen Scanner gelegt und die aufgerufenen digitalen Seiten einzeln gescannt. Wie ganz normale Papierseiten. Und der aufwändige Kopierschutz, mit dem Amazon seinen Kunden sogar die Bücher ungefragt wieder vom Gerät löschen kann, ist machtlos dagegen.</p>
<p>Skandle ist technologisch kein großer Wurf. Im Gegenteil, auf ihrer Website stellen die Künstler ihre einfachen Methoden vor und fordern auf: &#8222;Make your own&#8220;. Aber das Projekt skandalisiert jene Konsequenz, den moderne Digital Rights Management-Systeme (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Rechteverwaltung">DRM</a>) eigentlich ziehen müssten: Die Wahrnehmung durch den Empfänger ist die letzte Lücke, die es zu schließen gilt. Am effektivsten wäre der Kopierschutz, wenn die Werke stumm blieben.</p>
<p>Das Thema der transmediale.11, RESPONSE:ABILITY, deutet nicht nur auf Verantwortung, sondern eben auch auf Fähigkeiten, <em>abilities</em>. Und die sind in einer Mediengesellschaft ständig in Verhandlung. Zu Skandle schreiben die Künstler: &#8222;Amazon&#8217;s Digital Restriction Management (DRM) is a <a href="http://www.defectivebydesign.org/amazon-kindle-swindle">system designed to take away rights</a> you would typically have when reading a book. [&#8230;] The price you pay for &#8218;convenience&#8216; is restrictions on your rights&#8220; (Link im Original). DRM ist eine Technologie, aber sie funktioniert nur, weil Nutzer sie akzeptieren.  Skandle ist kein alltagstaugliches Werkzeug zum Kopieren von E-Books. Aber ein Beitrag zur Frage, welche Möglichkeiten Leser mit ihren Büchern haben sollten.</p>
<p><em><a href="http://www.transmediale.de/node/17469">Open Design City</a>, noch bis Sonntag, 06.02.2011, Haus der Kulturen der Welt, Berlin.</em></p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Skandle+im+Sperrbezirk+%7C+%28transmediale.11%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>Körper, Netze, Politiken &#124; (transmediale.11)</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 15:46:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Biopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Emilia Forstreuter]]></category>
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		<category><![CDATA[Transmediale]]></category>
		<category><![CDATA[transmediale.11]]></category>
		<category><![CDATA[® ruddigkeit corporate ideas]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein Punkt im System. So ein Spot. Oder Dot. Es ist eine Linse, die reinzoomt. Oder ein Guckloch nach innen. Ein Querschnitt durch die Aorta. Hauptverkehrstunnel. Mit klaren Konturen, ein Tropfen. Oder Tumor, der sich ausbreitet, ausfranst, verzweigt. &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/korper-netze-politiken-transmediale-trailer-macht-lust-auf-mehr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=K%C3%B6rper%2C+Netze%2C+Politiken+%7C+%28transmediale.11%29+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/17731652" width="720" height="405" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Es ist ein Punkt im System. So ein Spot. Oder Dot. Es ist eine Linse, die reinzoomt. Oder ein Guckloch nach innen. Ein Querschnitt durch die Aorta. Hauptverkehrstunnel. Mit klaren Konturen, ein Tropfen. Oder Tumor, der sich ausbreitet, ausfranst, verzweigt. Er spielt Pingpong mit dem Gewaber der Strukturen. Taucht auf, ab, fließt und wandelt sich.</p>
<p>Die <a href="http://www.transmediale.de/">transmediale.11</a>, das Berliner Festival für Kunst und digitale Kultur, eröffnet heute Abend zum Thema Response:Ability im Haus der Kulturen der Welt. Der Trailer von Emilia Forstreuter und ® ruddigkeit corporate ideas ist eine schöne Visualisierung der zentralen Stoßrichtung der diesjährigen Ausgabe: Leben und Agieren in der vernetzten Welt. Zwischen offenen Systemen und plattformbasierter Cyber-Identity, Biopolitik und digitalem Dissidententum.</p>
<p>Los geht&#8217;s. Wir werden in Schönschrift berichten, was uns im <a href="http://www.transmediale.de/files/web/tm-quickinfo.pdf">Programm</a> besonders aufgefallen ist.</p>
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