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	<title>Schönschrift &#187; Pornfilmfestival</title>
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	<description>Notizen zur Kultur</description>
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		<title>Kunst, Porno, Artporn? &#124; Konkurrierende Rhetoriken beim 6. Pornfilmfestival Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 14:31:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8222;Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Pornografie?&#8220;, fragen die Macher_innen des 6. Berliner Pornfilmfestivals auf ihrer Homepage. Und die Antwort haben sie auch gleich parat: &#8222;Kunst ist teurer!&#8220; Das mag eine grobe Verallgemeinerung und in einigen Fällen schlicht falsch sein, &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/kunst-porno-artporn-konkurrierende-rhetoriken-beim-6-pornfilmfestival-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Kunst%2C+Porno%2C+Artporn%3F+%7C+Konkurrierende+Rhetoriken+beim+6.+Pornfilmfestival+Berlin+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1749" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-1749" title="AITT03" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/10/AITT03.jpg" alt="" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">&quot;Angel in the Toilet&quot; von Koichi Imaizumi (alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p>&#8222;Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Pornografie?&#8220;, fragen die Macher_innen des 6. Berliner Pornfilmfestivals auf ihrer <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pffb_2011/de/?page_id=356">Homepage</a>. Und die Antwort haben sie auch gleich parat: &#8222;Kunst ist teurer!&#8220; Das mag eine grobe Verallgemeinerung und in einigen Fällen schlicht falsch sein, es führt allerdings direkt zum Kern des Diskurses um Pornografie. Immer geht es dabei um Abgrenzung. Pornografie ist das ewig Andere der Kultur, das Schmuddelige ohne Mehrwert. Oder in einer paranoiden aber höchst aktuellen Ausprägung: das Allgegenwärtige, zu dem jeder (sogar Kinder und Frauen!) ständig Zugang hat und vor dem jeder folglich beschützt werden muss.</p>
<p>Aber es gibt auch eine Gegentendenz, zu der das Berliner Porn Filmfestival, das in diesem Jahr (26.-30.10. 2011) den <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pffb_2011/de/?p=4515">Rekord von 5.000 Besuchern</a> geknackt hat, seinen Beitrag leistet. <span id="more-1713"></span>Kunst und Pornografie entdecken einander &#8211; wieder, muss man sagen, denn im Goldenen Zeitalter der Pornografie in den 70er Jahren gab es bereits ein hippes, sexuell revolutioniertes und kunstinteressiertes Porno-Publikum, das sich in großen Filmtheatern zu Vorstellungen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Throat_(Film)">&#8222;Deep Throat&#8220;</a>(Gerard Damiano) oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Behind_the_Green_Door">&#8222;Behind the Green Door&#8220;</a> (Artie und James Mitchell) traf. Mit VHS, DVD und dem Internet scheint Porno stärker zu einer Angelegenheit für den kleinen Bildschirm geworden zu sein. Gegen diese Tendenz richten sich nun zunehmend Museen, Festivals, Symposien und Konferenzen.</p>
<p>Dass es beim Pornfilmfestival auch eine Kurzfilmreihe unter dem Titel <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pffb_2011/de/?p=2919">&#8222;Artporn&#8220;</a> gibt, stiftet ein wenig Verwirrung. Werden hier nun dem selbst formulierten Prinzip gemäß die teureren Produktionen gezeigt? Keineswegs. Dass man auch unter dem Vorzeichen der Kunst für das Produktionsbudget in die eigene Tasche greifen muss, zeigen &#8222;Angel in the Toilet&#8220; des japanischen Filmemachers Koichi Imaizumi und &#8222;Greedy Eyes&#8220; von Anton Z. Risan. Aber was macht diese Filme nun zu Art? Und warum braucht es den Zusatz auf einem Festival, das ohnehin den Anspruch vertritt, Kunst und Porno einander näher zu bringen?</p>
<p>Was vielen Filmen gelang, die unter anderen Vorzeichen beim Festival liefen &#8211; zum Beispiel dem des Dokumentarischen, des Experimentellen oder des Feminismus &#8211; ging dem &#8222;Kunstporno&#8220; leider ab. So erweitert die Road-Movie-Doku &#8222;Orchids. My Intersex Adventure&#8220; den cineastischen Horizont für das Spannungsverhältnis von gesellschaftlicher, medizinischer und familiärer Identität der Intersexuellen Filmemacherin. <a title="Was Frauen wollen? | 6. Pornfilmfestival Berlin" href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/was-frauen-wollen-6-pornfilmfestival-berlin/">&#8222;Mutantes&#8220;</a> von Virginie Despentes oder <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pffb_2011/de/?p=756">&#8222;The Advocat for Fagdom&#8220;</a> über Bruce LaBruce arbeiteten die diskursive Verstrickung feministischer und/oder homosexueller Politik mit Pornografie und Punk-Kultur auf. Und &#8222;Nude Study&#8220; erzählt neben mehreren berührenden Lebensgeschichten auch noch in experimentierfreudigen Bildern von der Spannung zwischen bewegten Bildern und nackten Körpern.</p>
<p>Die Messlatte für Kunst-Porno liegt also hoch. Das Artporn-Showreel konnte diese Hürde leider nicht nehmen. Hier herrschten statt ästhetischem Aufruhr und politischem Diskurs eher experimentelle Langeweile (&#8222;Let Me Entertain You&#8220;) und gescheiterte Provokation (&#8222;Filetisierung&#8220;, &#8222;Mother of Pearl&#8220;). Im <a href="http://kunsthallewien.at/downloads/mediazone/Publikationen/Ausstellungskataloge/2009_The_Porn_Identity.pdf">Katalog zu „The Porn Identity“</a>, einer Ausstellung, die 2006 in der Kunsthalle Wien zu sehen war, vertritt Linda Hentschel  „die These, dass Kunst und Pornografie keineswegs feste, sich gegenseitig ausschließende Kategorien, sondern ineinandergreifende Formen der Rhetorik sind&#8220;. Mit dem Artporn-Showreel spielten die Kuratoren diese Formen leider gegeneinander aus. Aber selbst das bleibt inmitten eines künstlerisch so anspruchsvollen Gesamtprogramms verzeihlich.</p>
<img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Kunst%2C+Porno%2C+Artporn%3F+%7C+Konkurrierende+Rhetoriken+beim+6.+Pornfilmfestival+Berlin+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></content:encoded>
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		<title>Nude Study &#124; Aktstudie mit der Kamera beim 6. Pornfilmfestival Berlin</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 10:45:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena Loose]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Stefan Propescu]]></category>

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		<description><![CDATA[Widmet sich ein Zeichner oder Maler dem nackten Körper, dann ist das Kunst, eine Aktstudie, Aktmalerei. Die Bildhauerei wäre ohne die Skulpturen nackter Körper von der griechischen Antike bis heute unvorstellbar und auch in der Fotografie hat sich die Aktfotografie &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/nude-study-aktstudie-mit-der-kamera-6-pornfilmfestival-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Nude+Study+%7C+Aktstudie+mit+der+Kamera+beim+6.+Pornfilmfestival+Berlin+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1738" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-1738" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/10/Nude-Studies.jpg" alt="" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">Nude Study von Stefan Propescu (alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p>Widmet sich ein Zeichner oder Maler dem nackten Körper, dann ist das Kunst, eine Aktstudie, Aktmalerei. Die Bildhauerei wäre ohne die Skulpturen nackter Körper von der griechischen Antike bis heute unvorstellbar und auch in der Fotografie hat sich die Aktfotografie als fester Bestandteil der Kunst etabliert. Und im Film? Da ist der gefilmte entblößte Körper dann Pornografie. Oder vielleicht doch auch ein bisschen Kunst? Mit dieser Frage sehen sich nicht nur Team und Publikum des sechsten Pornfilmfestivals in Berlin konfrontiert, sondern auch Sarah, die Protagonistin des australischen Film-Dramas <em><a href="http://vimeo.com/12885079">Nude Study</a></em> von Stefan Propescu.<span id="more-1736"></span></p>
<p>Böse gezeichnet vom Schicksal und in einem Anflug von Hoffnungslosigkeit in Anbetracht des oft so banal erscheinenden Lebens macht sich die Filmemacherin Sarah auf den Weg vom warmen Australien ins verschneite Kanada, wo sie in einem kleinen Dorf nach Ablenkung und Inspiration für ihren nächsten Film sucht. Schnell knüpft sie Kontakte zu der heimischen Clique der Mitt-Dreißiger im Ort. Ihr sonderbarer neuer Job beim lokalen Video-Dating-Service beflügelt Sarahs Inspiration und lässt sie das Sujet ihres neuen Films finden: Aktstudien mit der Kamera. Was nun noch fehlt ist das Modell. Die resigniert verheiratete Linsdey wird zu ihrer Muse. Aus anfänglicher Scheu und dem professionellen Arbeitsverhältnis der beiden entsteht bald eine intime Vertrautheit mit einem wachsenden sexuellen Begehren zueinander, welches sich auch im kreativen Schaffen widerspiegelt.</p>
<p>Propescu erzählt die Geschichte mit den Augen der Filmemacherin, deren Kamera seit Kindesalter ihr treuer Begleiter ist. Die pittoresken Kameraeinstellungen der  Beobachterperspektive werden immer wieder mit den Bildern des künstlerischen Schaffens der Protagonistin vermischt und reflektieren den voyeuristischen Blick durch die Kamera. Sehr gelungen ist hier zum Beispiel die Rückblende in die Kindheit, wo Sarah ihren Hasen vor der Kamera „performen“ lässt und anschließend auch seinen brutalen Tod durch eine Katze festhält, ohne einzuschreiten &#8211; fasziniert von Akt und Bildern. Das Thema von Leben und Tod zieht sich durch den gesamten Film. Immer wieder werden Sarah und der Betrachter mit der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert. Die Kamera dient als Mittel sich mit der allgegenwärtigen Endlichkeit auseinanderzusetzen und die Erfahrungen zu verarbeiten.</p>
<p>Neben menschlichen Abgründen und Schicksalsschlägen erzählt Propescu kontrovers eine gleichzeitig subtile wie auch zerstörend ehrliche Geschichte von Verlorenheit, Frust und der Suche nach einem Sinn im banal erscheinenden Kreislauf des Lebens. Ein oberflächliches Glück durch Sex, emotionale Abhängigkeit und Verletzbarkeit, Begierde, Zärtlichkeit, Liebe. Was nach einem etwas ausgelutschten Themenkatalog der ewig leidigen Themen unserer neurotischen Gesellschaft klingt, wird vom Regisseur nuanciert, aufrichtig und trotzdem schonungslos verpackt. Die Kulisse des verschneiten Kanadas und die Hitze der mit Schere und Aceton bearbeiteten Aktstudien bilden einen gelungenen Kontrast. Letztere erinnern fast an die Chronofotografie von Etienne Jule Marey. Wunderschön.</p>
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		<title>Was Frauen wollen? &#124; 6. Pornfilmfestival Berlin</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 17:09:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Katja Grawinkel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn es in Deutschland um Pornografie und Frauen geht, dann ist die prominenteste Assoziation wohl Alice Schwarzers PorNo-Kampagne, die in direkter Linie auf US-amerikanische feministische Pornogegnerinnen wie Andrea Dworkin zurückgeht. Der berühmteste Slogan dieser Bewegung war &#8222;Porno ist die Theorie. &#8230; <a href="http://xn--schnschrift-tfb.org/artikel/was-frauen-wollen-6-pornfilmfestival-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img src="http://piwik.xn--schnschrift-tfb.org/piwik.php?idsite=7&rec=1&action_name=Was+Frauen+wollen%3F+%7C+6.+Pornfilmfestival+Berlin+%7C+Sch%C3%B6nschrift" style="border:0" alt="" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1691" class="wp-caption alignnone"><img class="size-full wp-image-1691" title="CHATROULETTEskaliert" src="http://xn--schnschrift-tfb.org/wp-content/uploads/2011/10/CHATROULETTEskaliert.jpg" alt="" width="720" height="306" /><p class="wp-caption-text">&quot;Chatroulette&quot; von Maria Llopis (alle Rechte vorbehalten)</p></div>
<p>Wenn es in Deutschland um Pornografie und Frauen geht, dann ist die prominenteste Assoziation wohl <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Schwarzer">Alice Schwarzers</a> <em>PorNo</em>-Kampagne, die in direkter Linie auf US-amerikanische feministische Pornogegnerinnen wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Dworkin">Andrea Dworkin</a> zurückgeht. Der berühmteste Slogan dieser Bewegung war &#8222;Porno ist die Theorie. Vergewaltigung ist die Praxis&#8220; und Zensur, am besten Verbot, schien ihren Vertreterinnen der einzige Weg, Pornografie zu handhaben. Virginie Despentes&#8216; Film <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pffb_2011/de/?p=1045">&#8222;Mutantes &#8211; Punk, Porn Feminism&#8220;</a>, der jetzt beim <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pffb_2011/de/">6. Berliner Pornfilmfestival</a> gezeigt wurde, dokumentiert einen anderen Ansatz. Seit den 1960er Jahren verknüpfen Frauen Feminismus, Sexarbeit und Pornografie zu eigenwilligen politischen Bewegungen. Mutationen, aus denen nicht nur die Porn Studies mit ihrer berühmtesten Vertreterin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linda_Williams">Linda Williams</a> hervorgegangen sind, sondern auch eine kleine aber ansehnliche Riege weiblicher Pornografinnen. <span id="more-1690"></span></p>
<p>Acht Beiträge zum Diskurs über <a href="http://www.pornfilmfestivalberlin.de/pffb_2011/de/?p=1240">&#8222;Female Porn&#8220;</a> zeigte das Festival in einer Kurzfilmreihe. Den Anfang machte eine selbstreflexive Doku, entstanden beim Pornfilmfestival vor zwei Jahren. In Katharina Szmidts &#8222;Cum different: Frauen machen&#8217;s anders&#8220; erläutern weibliche Pornografinnen, was den Frauen-Porno vom Mainstream abhebt. Dass er dabei gleich zum &#8222;gehobenen Porno&#8220; erklärt wird und die Macherinnen sich am liebsten gar nicht mehr als Pornografinnen bezeichnen wollen, spiegelt eine moralische Falle wieder, die Linda Williams in ihrem Porn Studies-Klassiker <a href="http://www.amazon.com/Hard-Core-Pleasure-Visible-Expanded/dp/0520219430">Hard Core</a> beschreibt. Diese besteht darin ein Ideal vom weiblichen,</p>
<blockquote><p>scheinbar authentischen, akzeptablen Sex [&#8230;] gegen den unauthentischen und inakzeptablen Sex des ‚Anderen’ (als den pornografischen, gewalttätigen oder obszönen) abzusetzen.</p></blockquote>
<p>Dass allerdings Pornos von und für Frauen genauso heteronormativ und ästhetisch eintönig sein können, wie es dem Mainstream häufig vorgeworfen wird, zeigt Louise Lushs &#8222;The thought of her&#8220;. Hier wird nicht nur ein ideal-typischer Männerkörper beim Wichsen gezeigt, seine Gedanken (die sich &#8211; von der Regisseurin verfasst &#8211; ausschließlich um eine <em>sie</em>, ihren Hintern, ihre Brüste etc. drehen) werden im Voice-Over gleich mit objektifiziert. Aber wer zu diesem Zeitpunkt kopfschüttelnd den Kinosaal verlassen und das Screening als Gesamtheit verpasst hat, dem ist einiges entgangen.</p>
<p>&#8222;Chatroulette&#8220; von Maria Llopis zum Beispiel, die als Vertreterin jüngster spanischer Postpornografie auch in &#8222;Mutantes&#8220; zu Wort kommt. Sie passt weder in die Mainstream-Pornoästhetik noch das Lady-Klischee à la Erika Lust und gerade deshalb bietet ihre Darstellung in &#8222;Chatroulette&#8220; eine echte Alternative &#8211; dokumentarisch, sexy und humorvoll. Llopis hat jahrelange Erfahrung mit ihrem Punk-feministischen DIY-Projekt <a href="http://girlswholikeporno.com/">GirlsWhoLikePorno</a> gesammelt, das in Barcelona zu einer produktiven politischen Bewegung rund um Pornografie und Queerness gehört.</p>
<p>Zum Abschluss der Kurzfilmreihe zeigt &#8222;Kaktus&#8220; (Anna Treimann) wie wirklich kompliziert es ist, sexuelle Lust und Fantasien in Kategorien zu ordnen, sei es männlich/weiblich, normal/anormal, legal/illegal. Wer das feministische Tabu-Thema Vergewaltigung in humorvoll-berührenden 30 Minuten erhellend behandeln kann, dem gebührt Applaus. Ebenso wie den Kuratoren der Reihe, die ihre eigenen Diskurse &#8211; auch die gegenläufigen &#8211; kennen und sie auf der Leinwand plausibel zusammen gebracht haben.</p>
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